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Glück zum Essen

von Julia Drewes
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Schokolade fragt nicht, Schokolade versteht – was etwas platt klingt, enthält im Kern viel Wahres. Oder haben Sie schon mal davon gehört, dass jemand zu einem Apfel greift, wenn Kummer sich breitmacht? Egal, ob als Tafel, in Form von Pralinen, weißer Schokolade oder Schokolade in Pulverform – rund 5,7 Kilogramm Schokoladenwaren vernaschen die Deutschen jedes Jahr durchschnittlich pro Kopf. Das macht die Süßigkeit zur beliebtesten hierzulande.

Glückshormon Serotonin

Und ja, Schokolade bzw. Kakao kann uns faktisch glücklich machen. Sie hat mehrere hundert verschiedene Geschmacksaromen und enthält die Aminosäure Tryptophan, die dem Körper als Vorstufe zum Glückshormon Serotonin dient. Auch mit Phenylethylamin, einer Vorgängerverbindung des Dopamins (s. S. 29), liefert Schokolade eine Substanz, die Glücksgefühle auslösen kann. Die in ihr enthaltenen Stoffe Koffein und Theobromin wirken zudem anregend, sie pushen uns nach vorne. Diese vielen guten Eigenschaften machen unsere innig geliebte Schokolade also zu einer Premium-Nascherei. Leider hat die Sache trotzdem einen klitzekleinen Haken: Wir müssten weit mehr als nur ein Stückchen oder zwei davon essen, um dauerhaft zu profitieren. Die glücklich machenden Inhaltsstoffe sind in der Schokolade nämlich viel zu gering dosiert. Mit anderen Worten: Man sollte darauf achten, das Glücksgefühl nicht durch den ebenfalls in der Schokolade enthaltenen Zucker zu erreichen. Zudem lässt Schokolade ja bekanntlich unsere Hosen schrumpfen – also vielleicht nicht täglich zugreifen und dafür bewusster genießen. Grundsätzlich gilt, dass dunkle Schokolade gesünder für uns ist – und zwar je dunkler, desto besser. Doch auch Vollmilchschokoladenfreunde sollen noch eine gute Nachricht bekommen: Nicht jede Schokolade mit niedrigem Kakao-Anteil beinhaltet viel Zucker. Eine gute Beratung im Fachgeschäft lohnt sich.

Schokolade weckt Erinnerungen

So oder so, unsere Seele freut sich über das eine oder andere Stückchen. Wahrscheinlich nämlich verbinden wir mit dem Genuss positive Emotionen oder Erfahrungen aus der Vergangenheit. Es ist gut möglich, dass uns Geschmack und Geruch beim Verzehr an glückliche Erlebnisse aus Kindertagen erinnern – vielleicht ein toller Geburtstag, an dem es eine große Kugel Schoko-Eis gab? Vielleicht diente Schokolade unseren Eltern auch als Belohnung für gute Noten oder das aufgeräumte Zimmer, vielleicht als Trostpflaster? Auch weil sie oft als Dankeschön oder Entschuldigung verschenkt wird, verbinden viele von uns mit Schokolade positive Gefühle. Deshalb greifen wir bei trüber Stimmung instinktiv zum süßen Seelenbalsam – und rufen so die guten Erfahrungen wieder ab. 

Foto: ©Irina – stock.adobe.com

Rezept

Schoko-Macadamia-Aufstrich
Für 1 Glas
Zubereitungszeit ca. 10 Minuten.

Zutaten
• 1 Dose (400 g) gezuckerte Kondensmilch 
• 150 g Zartbitterschokolade 
• 2 EL Kakaopulver 
• 125 g Butter 
• 75 g Macadamia-Nüsse (ungesalzen, ungeröstet)

Zubereitung
Schokolade grob hacken. Butter in einem Topf schmelzen. Schokolade, Kondensmilch und Kakao zugeben und alles gut verrühren. Macadamianüsse grob hacken und in einer Pfanne hell rösten. Nüsse unter die Schokoladen-Creme mischen. Aufstrich in eine Schüssel geben und mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Naschen kann überraschen
Schokolade kann auf mehreren Ebenen glücklich machen, das ist sehr individuell. Abends, daheim auf dem Sofa sitzend, eine neue Kreation zusammen mit meinem Mann entdecken – die Geschmacksvielfalt ist oftmals sehr spannend. Mich macht die Schokolade auch dahingehend glücklich, wenn ich die Rückmeldung eines Kunden bekomme, dass die gewählte Sorte ein besonderes Erlebnis ausgelöst hat, sei es geschmacklich oder er hat selbst, z. B. nach dem Verschenken, positives Feedback erhalten. Und dann gibt es noch die vielen Kinderaugen, die um die Wette strahlen, wenn es ein Stück Schokolade oder auch mal eine Praline in der Schokothek gibt. Ich selbst bin eigentlich der klassisch dunkle Schokoladenesser, so ab mindestens 60 Prozent aufwärts. Aber ich experimentiere. Da gibt es eine weiße Schokolade, die total schwarz in der Farbe ist – da wird das Naschen eine echte Überraschung. Oder die eine besondere Schokolade aus Norwegen, in der der dort ortstypische Braunkäse verarbeitet ist. Genial gelungen! Dies ist im Moment meine Lieblingssorte.
Sabine Schlenker
Schokothek
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