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Was hat das Wildschwein mit Lüneburg zu tun?

von Melanie Jepsen
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Bei der Benennung des Neubauviertels wurde auf eine alte Flur- und Ortsbezeichnung zurückgegriffen. In der Regel wird besonders der Begriff „Teufelsküche“ mit einem Waldstück, aber auch mit einem vormalig sumpfigen Gelände assoziiert, welches in der Regel für die damals lebenden Menschen etwas Düsteres und Unheimliches darstellte. Deswegen bekamen solche Landschaftsgebiete den Zusatz „Teufel“ oder wie im Norddeutschen üblich „Düvel“. Für die Annahme eines solchen Feuchtgebiets spricht auch der Zusatz „-küche“, da dies auf dort häufig anzutreffenden Nebel hinweist. Allerdings handelte es sich bei der Bebauung des Lüneburger Gebiets „Teufelsküche“ ursprünglich um eine Wiese, sodass es sich hier aller Vermutung nach um ein gerodetes, von damaligen Menschen als düster empfundenes Waldstück handelt. Letzteres kann jedoch bisher nicht in den Lüneburger Geschichtsquellen nachgewiesen werden, weshalb es bei einer Vermutung bleibt. (Quelle: Hansestadt Lüneburg)

Die Gebäude am Ochtmisser Kirchsteig haben sich besonders aufgrund der jahrhundertelangen Solegewinnung durch die Lüneburger Sülzhäuser bzw. der späteren Saline geneigt, deren Abbauunternehmungen diverse Bewegungen im Erdreich hervorriefen und damit die Schieflagen der Häuser bis heute hervorrufen. Zuletzt in den Jahren 2013/14 referierte auch der Geologe Prof. Dr. Frank Sirocko über dieses Thema, der als Indiz die verminderten Senkungsbewegungen im Ochtmisser Kirchsteig und der Frommestraße nach Schließung der Saline im Jahr 1980 anführte. Als weitere Ursache vermutet Sirocko den Straßenausbau in diesem Bereich, v. a. den Bau des Kreisels bei Mönchsgarten, welche zusätzlich Senkungsbewegungen verstärkt hätten. Zudem war u. a. im Ochtmisser Kirchsteig um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) der Abbau von Kalisalzen angedacht, wozu auch einige Bohrungen ins Erdreich unternommen wurden. Hier v. a. in der Nähe des Mönchsgartens. (Quelle: Hansestadt Lüneburg)

Die Villa Heyn wurde 1894 gebaut und war zunächst ein normales Familienhaus, bis es Ende des Zweiten Weltkrieges in ein städtisches Kinderheim umfunktioniert wurde.
Jahre später hat ein Investor das Haus gekauft, der allerdings einige Probleme an dem Grundstück sah und Geld von der Stadt zurückforderte. Danach waren in dem Gebäude eine Zeit lang unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. 2019 hat Sallier das Gebäude gekauft und will dort Gastwohnungen für die Universität einrichten.

„Die Sülzwiesen heißen so, weil sie die Wiese bei der Saline (Sülze) sind, Erstnennung 1402.“ Prof. Dr. Edgar Ring, Stadtarchäologie

Der Sage nach hatte ein Jäger vor weit mehr als 1000 Jahren ein Wildschwein geschossen, an dessen Fell viele Salzkristalle hingen. Die Sau hatte sich zuvor in einer Solequelle gesuhlt – diese wurde daraufhin entdeckt und markiert den Beginn von Lüneburgs Geschichte als Salzstadt. In der Alten Kanzlei des Lüneburger Rathauses kann man in einem gläsernen Kasten sogar noch den Schulterknochen der „Salzsau“ anschauen. (Quelle: Hansestadt Lüneburg)

Die Kanone, die auf der Kuppe des Kalkbergs zu sehen ist, erinnert an dessen intensive Nutzung als Gipsbruch. Für diese harte körperliche Arbeit wurden damals auch verurteilte Verbrecher eingesetzt: die sogenannte Kettenstrafe. Die Kanone vom Kalkberg kam im Juli 1829 nach Lüneburg. Seit diesem Monat war die Landdrostei Lüneburg für die Gerichtsbarkeit der Kettenstrafanstalt zuständig. Um die Sicherheitsvorkehrung zu erhöhen, wurden von der Festung Harburg aus zwei Zwölfpfünder nach Lüneburg beordert und auf dem Kalkberg als Signalkanonen aufgestellt. Wenn Kettensträflingen die Flucht gelang, sollten umgehend Warnschüsse abgegeben werden: Drei Schüsse, wenn es sich um einen entlaufenen Verbrecher handelte, sechs Schüsse, wenn die Flucht mehreren Sträflingen gelungen war. (Quelle: Landeszeitung)

Das Glockenspiel im Rathausturm ist eine langjährige Lüneburger Tradition: Die 41 Glocken aus Meißner Porzellan wurden im Jahr 1956 anlässlich des 1000. Jubiläums der Hansestadt von zahlreichen Lüneburger Einrichtungen gestiftet. Seitdem spielen die Glocken dreimal täglich, jeweils um 8 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr. Die Melodien unterscheiden sich dabei je nach Jahreszeit, stammen jedoch alle vom Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz (1747 bis 1800). (Quelle: Hansestadt Lüneburg)

„Die Antwort ist einfach: Weil wir sie brauchen. Das liegt nicht nur daran, dass der Boom von Kleingärten seit einigen Jahren ungebrochen ist. Natürlich ist es hilfreich für die Vereine, wenn ein Kleingarten angeboten wird und wir kurz darauf gut 100 Interessent*innen haben. Aber es zeigt auch, das wir einen großen Bedarf in der Bevölkerung unserer Stadt haben. Der Trend ist seit einigen Jahren schon zu beobachten gewesen und Corona hat hier wie ein Brandbeschleuniger gewirkt. In Zeiten, in denen wir uns auf das Wesentliche im Leben besinnen, rückt auch die Beschäftigung mit der Natur wieder in den Vordergrund. Kleingärten sind in einer sich weiter ausbreitenden Stadt eine ökologische Notwendigkeit, denn sie werden im Rahmen von ökologischen Systemen wie der Ilmenau und einer Vielzahl von Bächen, aber auch Wäldern und Wiesen rund um die Stadt herum auf dem bebauten Stadtgebiet als Trittsteine und Verbindungen dringend benötigt. Während man in anderen Städten ständig die Pachten erhöht hat, Kleingartenanlagen aufgelöst und an den Stadtrand geschoben hat, neuerdings auch vor Nachverdichtungen – Reduzierung der Fläche durch Verkleinerung der Parzellen – nicht zurückgeschreckt hat, genießen Kleingärten in Lüneburg einen hohen Stellenwert.“ Lea Rhein, 1. Schriftführerin im Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg e. V. und Sascha Rhein, 1. Vorsitzender im Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg e. V.

„In der Stadt gab es keine unterirdischen Gänge. Nördlich der Burmeisterstraße wurde bei Bauarbeiten eine Poterne entdeckt, ein unterirdischer Gang, der zu Verteidigungszwecken unter der Bardowicker Mauer verlief. Hinter der Bardowicker Mauer gibt es die Graalfahrt zur Erschließung einer Solequelle außerhalb der Stadtbefestigung. Die Sole wurde in Leitungen durch Gänge zum Wippturm geleitet, das Hochpumpen der Sole erfolgte in zwei Stufen mit Druckpumpen, die Förderung der Sole in Leitungen aus gebohrten Baumstämmen durch den Gewölbegang zur Straße Hinter der Bardowicker Mauer, weiter über Reitende-Diener-Straße und Neue Sülze, von dort bis zur Saline. Die Länge des Gangs beträgt etwa 32,5 m.“ Prof. Dr. Edgar Ring, Stadtarchäologie

Die Bürgerrecherche „Wem gehört Lüneburg?“ hat im Jahr 2019 ergeben, dass mindestens ein Siebtel der Stadtbevölkerung auf Erbbaurechtsgrundstücken lebt. Diesen Bürgern gehören die Flächen, auf denen Haus oder Wohnung stehen, nicht. Sie „mieten“ den Boden für 80 oder 99 Jahre, zahlen jährlich dafür einen Zins an den Eigentümer. In Lüneburg vergeben vor allem Stiftungen der Stadt, die Klosterkammer und Private Erbbaurechtsflächen für Wohnbebauung. Die Stadt hat im Jahr 2018 etwa 3,27 Millionen Euro mit Erbbaurechten eingenommen, was nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen ist. Die Überschüsse fließen in den Haushalt und finanzieren etwa Investitionen in Kindergärten, Schulen, Straßen und andere öffentliche Einrichtungen mit. Die gesetzliche Grundlage für das Erbbaurecht in Deutschland wurde vor etwas mehr als 100 Jahren geschaffen. Die Idee dahinter war, den Wohnungsbau zu fördern und finanziell schwächeren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zum Bauen zu bieten.

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