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Ganz schön ginvoll

von Josephine Wabnitz
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Es ist Jahresanfang – Zeit, meinen ersten guten Vorsatz zu realisieren: Auch dieses Jahr mache ich beim „Dry January” mit, um mir nach dem Weihnachtstrubel mit viel Speis‘ und Trank eine kleine Auszeit zu gönnen. Bis zum 31. Januar verzichte ich vollständig auf Wein, Spirits & Co. – der Trend kommt aus Großbritannien und soll neben einem positiven Einfluss auf die Gesundheit das öffentliche Bewusstsein auf die Risiken des Alkoholkonsums lenken. 

 

Alkoholfreie Gins

Während ich für Bier und auch Wein inzwischen tollen alkoholfreien Ersatz kenne, mache ich mich nun auf die Suche nach einer Möglichkeit, auch Spirituosen zu ersetzen. Tatsächlich werde ich schnell fündig – alkoholfreie Gins etwa sind keine absolute Neuheit mehr, hier kann ich sogar unter mehreren Optionen wählen. Positiv ins Auge sticht mir der „Windspiel Alkoholfrei” mit seiner hübschen bunten Optik. Aber was ist das genau für ein Produkt und schmeckt das überhaupt? Neugierig geworden wende ich mich an die Hersteller, in der Hoffnung, etwas mehr zu erfahren.

 

Dank moderner Technik und innovativer Hersteller fällt mein „trockener Januar” zum Glück gar nicht so dröge aus. Foto: nh/tonwert21.de

Spirituosen aus Kartoffeln

Die Windspiel Manufaktur wurde von zwei passionierten Gin-Liebhabern gegründet: Sandra Wimmeler hatte zuvor im Bereich erneuerbare Energien gearbeitet und war dank der damit verbundenen Kontakte zur Landwirtschaft auf den Gedanken gekommen, aus Kartoffeln eine hochwertige Spirituose herzustellen. Denis Lönnendonker kannte sie als Kollegen im Bereich Projektmanagement des gleichen Konzerns. Gemeinsam setzten sie die Idee um, einen London Dry Gin aus Kartoffelalkohol zu destillieren. „Man hat uns am Anfang recht kritisch beäugt und auch zum Teil belächelt. Kartoffeln in den steinigen Böden der Vulkaneifel anzubauen war eine Aufgabe, die nicht so leicht zu meistern war”, berichtet die Firmengründerin. „Ich bin froh, dass wir in unserem Brennmeister jemanden mit der gleichen Passion für Kartoffeln gefunden haben. So ist unsere Vision wahr geworden – und unser Gin einzigartig mild.” 

Friedrich der Große ist Namensgeber

2014 schließlich ging die Manufaktur an den Start. Der Name Windspiel erinnert an Friedrich den Großen, dessen Kartoffelerlass von 1746 die Erdfrucht in Preußen verbreitete. „Der König galt als großer Verehrer von Hunden, insbesondere seiner Windspiel-Hunde; die Symbiose seiner beiden Leidenschaften war Inspiration für unsere Namensgebung”, so Sandra Wimmeler. Inzwischen gehört Windspiel zu den besten Gin-Herstellern Deutschlands.

Genuss an erster Stelle

Nun zur alkoholfreien Spirituose: Wie kam es dazu? „Wir hatten schon eine ganze Weile mit der Idee gespielt, einen alkoholfreien Gin zu produzieren, und ziemlich lange experimentiert.” Da der Genuss für Wimmeler und ihr Team selbstverständlich an erster Stelle stehe, habe es von den ersten Überlegungen über das Ausprobieren verschiedener Verfahren bis zum perfekten Rezept ein knappes Jahr gedauert. Mit dem Resultat, welches durch eine klare Wacholdernote mit feiner Würze und floralen Aromen überzeugt, sei die Gründerin sehr zufrieden.

Über Wasserdampf destillieren

Wie genau kann ich mir die Herstellung denn vorstellen? „Das ist ein intensiver Prozess, welcher zu Beginn sogar unseren erfahrenen Destillationsmeister herausgefordert hat. Der Knackpunkt ist, dem Destillat den Alkohol zu entziehen und die Aromaträger bestmöglich zu erhalten.” Dafür nutze man in der Manufaktur ein aufwendiges Verfahren, bei dem die auch im Windspiel Dry Gin verwendeten Botanicals über Wasserdampf destilliert werden. 

Kein Gin-Ersatz

Das Ergebnis sei keineswegs als Gin-Ersatz zu verstehen: „Es ist die ideale Mixbasis für einen Longdrink und Cocktails und eine echte Alternative, wenn man mal keinen Alkohol trinken, jedoch nicht auf Genuss verzichten möchte.” Genau das spiegele sich auch in der Leichtigkeit und Harmonie ausstrahlenden Optik des Produktes wider. Damit habe der Windspiel Alkoholfrei von Anfang an die Konsument:innen überzeugt. Als Manufaktur, die Regionalität, Kreativität und Nachhaltigkeit von Anfang an lebe, sei Windspiel gerade im heutigen Zeitgeist gut positioniert. 

Weitere alkoholfreie Spirits werden folgen

Heißt das, es sind noch weitere alkoholfreie Spirits in Planung? „Absolut, das Entwickeln von Neuem entspricht ja unserer Firmenphilosophie. Dabei haben wir immer ein Auge auf aktuelle Gastronomie- und Food-Trends, um das Richtige anbieten zu können. Aber bevor wir ein Produkt auf den Markt bringen, müssen wir erst hundertprozentig davon überzeugt sein, daher werden auch immer mal wieder Ideen verworfen. Ganz sicher werden wir die Gin-Fans auch in Zukunft überraschen”, lautet der Ausblick.

Alkoholfreier Cocktail

Es bleibt also spannend in der Windspiel-Manufaktur, so viel steht fest. Für den Augenblick (und wahrscheinlich noch über das Monatsende hinaus) genieße ich ihren alkoholfreien Gin in einem Rezept, das mir persönlich empfohlen wurde: 50 ml Windspiel Alkoholfrei, 40 ml „Lime Juice” und 15 ml frischen Limettensaft in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben und ca. 20 Sekunden rühren. Anschließend in ein vorgekühltes Glas umgießen und mit einer Limettenzeste garnieren. Schmeckt herrlich frisch und knackig – zum Wohl!

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